Mobilitätsstrategie enttäuscht durch Unklarheit - Viele Fragen bleiben offen
Mobilität
9.12.20

Mobilitätsstrategie enttäuscht durch Unklarheit - Viele Fragen bleiben offen

Mit einem einzigen Ticket von der Haustür bis zum Eifelturm? So soll die Zukunft der Mobilität in Europa aussehen.

In der „Strategie für eine nachhaltige und intelligente Mobilität“ hat die Kommission heute Vorschläge wie diesen vorgestellt. Was erstmal gut klingt, enttäuscht leider auf den zweiten Blick. Nachhaltige und digitale Mobilität erreichen wir nur auf einem realistischen Weg.

Ich setze mich dafür ein, dass blinder Aktionismus bei der Ausgestaltung nicht die Überhand gewinnt. Wer ein europaweites Ticketsystem einführen oder bis 2030 mindestens 30 Millionen emissionsfreie Autos auf die Straße bringen will, muss schon heute in Infrastruktur und Forschung investieren. Nur mit Technologieoffenheit und Innovation können wir eine Mobilität der Zukunft gestalten, die niemanden zurücklässt.

Hier ist meine PM zu lesen

Zur Vorstellung der ‚Strategie für eine nachhaltige und intelligenteMobilität‘ durch die Europäische Kommission erklärt der Vizevorsitzende desVerkehrsausschusses und verkehrspolitische Sprecher der FDP im EuropäischenParlament Jan-Christoph Oetjen (MdEP): 
„Die vorgelegte Strategie beschreibt die Ausrichtung der Verkehrspolitik inden nächsten Jahren. Entsprechend enttäuscht bin ich von diesem Sammelsurium anAbsichtserklärungen und unklaren Visionen. Ich unterstütze die Forderung nachtechnologieoffener Dekarbonisierung des Verkehrssektors über alleVerkehrsträger hinweg. Die Kommission bleibt aber klare Antworten zur Zukunftdes Verbrennungsmotors schuldig. Für mich ist klar, dass CO2-neutrale Mobilitätauch mit dem Verbrennungsmotor erreichbar ist. Die zentrale Frage ist: Wiesollen bis 2030 mindestens 30 Millionen emissisonsfreie Autos auf den Straßenfahren, ohne dass es bereits die nötige Infrastruktur gibt?
Es braucht realistische Wege zur Erreichungder Ziele. Diese dürfen am Ende nicht auf Kosten der Bürger umgesetzt werden.Wir können nicht zulassen, dass durch die Mobilitätswende Menschen in Europawirtschaftlich abgehängt werden. Eine Mobilität der Zukunft heißt auch immereine Mobilität für alle.
Die ambitionierten Vorschläge für nachhaltigeKraftstoffe sind gut. Sie könnten sogar noch ambitionierter sein. Fangen wirdamit am besten sofort an. Es heißt jetzt die richtigen Rahmenbedingungen zuschaffen und in entsprechende Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung zuinvestieren.
Die Ansprüche an Digitalisierung undDatenmanagement sind hoch. Ein elektronisches Ticketsystem wäre ein großerGewinn für den Verbraucher. Eine einzige App, um mit verschiedenenVerkehrsmitteln an das Ziel zu kommen kann aber nur funktionieren, wenn ein einheitlicherDatenraum für Europa geschaffen wird, mit fairem Zugang für alle. DieseHerausforderung muss schnellstmöglich angegangen werden.“

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